Web 2.0
Alle Welt spricht gerade über Web 2.0
Kaum einer weis, was sich nun wirklich dahinter verbirgt und jeder hat seine eigene Interpretation. So auch ich, aber wie kann man das was Web 2.0 ist, am einfachsten vermitteln?
Es gibt zwei Herangehensweisen. Die erste ist für Personen, die schon mal mit der “alten” EDV in Berührung kamen. Die Zweite für Personen, die noch diese Grossrechner-Welt noch nicht bzw. nicht mehr kennen.
Versuchen wir den ersten Ansatz:
Vor einigen Jahrzehnten bestand die EDV aus Hostsystemen, meist von IBM. Irgendwo in einem furchtbar gut abgeschirmten Raum stand ein Grossrechner. Die vielen Anwender hatten nur über ein dickes Koax-kabel Verbindung zu diesem Heiligtum. Am Ende dieses Kabels hing eine Sichteinheit, ein Bildschirm der mit Grün oder später auch in Bernstein die einzelnen Zeichen in einer Reihenfolge ausgab, die die Menschen verstehen sollten. Was Sie nicht immer taten - aber ...
Dann war Ruhe, der Anwender konnte Formulare, damals Masken genannt ausfüllen und erst nach der “Enter”-Taster oder einer der Funktionstasten (F1 bis F12 oder F15) tat sich wieder was. (Genau aus dieser Zeit stammen die F-Tasten oben auf den Tastaturen. Heute werden Sie nicht mehr oder noch nicht wieder gebraucht.)
Ob Sie es glauben oder nicht, genau so läuft bis heute auch das Web 1.0 im Internet. Sie erhalten ein Menge Pixel auf den Bildschirm, nun halt in Farbe mit einer höheren Auflösung, dann tut sich zuerst einmal nichts. Statt der Enter- oder F-Taste haben Sie nun die Maus. Lokal am Rechner tut sich in Bezug auf die Daten wenig, man kann zwar mit lokal ausgeführten Programmen (Java, Javascript, DHTML, ...) einiges verändern und berechnen, aber Daten holen, schreiben geht nur auf Anforderung des Anwenders per Mausklick oder Tastatur.
In die damalige Großrechnerwelt wurde der PC geboren und nahm seinen Erfolgsweg unter die Füsschen. Plötzlich wurden Daten und Programme lokal ausgeführt ohne sich mit einer zentralen Instanz auseinandersetzen zu müssen. Natürlich ergeben sich damit wieder ganz andere Probleme, aber die lassen wir mal beiseite.
Damit konnte nun lokal, relativ schnell und ohne weitere Wartezeiten für den Datentransfer die Verarbeitung von Daten durchgeführt werden.
Das Gleiche wird nun mit einem Aspekt von Web 2.0 angestrebt. Die Verbindung zwischen den großen Rechnern, den Webservern, und den PCs wird durch ein “neue” Technologie (AJAX) so technologisch umgesetzt, dass die Transfers im Hintergrund ablaufen, ohne dass der Anwender etwas davon bemerkt. Er bemerkt die Auswirkungen auf dem Bildschirm, aber nicht die Wartezeiten, die sich durch den Datentransfer ergeben. Es entsteht der Eindruck(!), dass man lokal arbeitet.
Ergo. Die technologische Revolution vom Großrechner zum PC wiederholt sich in gewisser Weise nun auf dem Gebiet des Internets. Vielleicht auch ein Ansatz, der auch die Grossrechnerwelt beleben könnte?
Doch dies ist laut meiner Meinung nicht der einzigste Aspekt des Web 2.0. Es folgen weitere. Aber es fehlt der Ansatz für die Erklärung für nicht EDV-Urgesteine.
Ansatz 2: Ein Vergleich mit der einem alltäglich genutzten Gegenstand - dem Ofen.
Kling komisch - ja natürlich, aber es klappt.
Web 1.0 entspricht dem alten Kohle- oder Ölofen in der Wohnung. Er tat und es war warm, aber immer nur so lange bis man neues Heizmaterial brauchte. Also musste man in den Keller und Kohlen oder eine Kanne Öl holen. Lästig, mit Aufwand und mit Wartezeiten belastet.
Web 2.0: Die Gasheizung wurde eingeführt. Man heizte, es war warm und ohne dass man es merkte wurde ständig Heizmaterial nachgeliefert. Weitere Aktionen waren nicht mehr nötig. Man drehte nur noch am Regler und bestimmte damit die Wärme. Man darf dabei nicht vergessen, dass die Anstrengungen für die Installation der Infrastruktur für Gas enorm waren, gleiches gilt nu für die Überarbeitung der Anwendungen im Internet.
Andere Aspekte zu Web 2.0:
Ein weiterer Aspekt ist die statistisch, dynamische Entwicklung der Anwendungen und Darstellungen. Es beginnt nun eine Zeit, in der die Anwender durch Ihr Verhalten Einfluss auf die Darstellung nehmen und dies quasi ohne weiteres Zutun von Softwareentwicklern oder Designerteams. Die Idee dahinter ist, dass das erfasste bzw. protokollierte Verhalten statistisch aufbereitet wird und sich dadurch die Abläufe, Reihenfolgen , Grössen und Farben in der Darstellung verändern.
Beispiel: Je öfter ein Link benutzt wird, desto weiter rutscht er nach vorne oder desto grösser wird er.
Und noch ein Aspekt gehört meiner Meinung nach zu Web 2.0. Die sozialen Fähigkeiten und Bedürfnisse des Menschen treten bei Web 2.0 mehr in den Vordergrund. Es geht nicht mehr nur um technologische oder organisatorische Abläufe, sondern viel mehr um die Kommunikation und das Verhalten des Menschen.
Also insgesamt ist die Entwicklung des Web 2.0 eine Vereinfachung und Anpassung der Internetwelt an den Menschen - oder nicht?
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